... Militär und Sand

10.10.2012 18:10

Nach einer unruhigen Nacht brechen wir wieder auf um dem Track weiter zu folgen. Wir treffen heute immer wieder Spanier mit 4 Autos, und verfolgen uns schier gegenseitig^^

Auch sehen wir heute einige Militärposten, die Piste geht nahe an der Algerischen Grenze entlang, aber nur 2x werden wir "kontrolliert".
Mittags machen wir bei einer schönen Oase rast. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, die Grasbüschchenanordnung wechselt ständig, auch der schwarze Kies verteilt sich sehr unregelmäßig und unterschiedlich in der Ebene (um das Wort "Einöde" nicht zu oft zu gebrauchen). Abwechslung bringt eine Abbruchkante, wo der Rand des Tafelberges einfach wegbricht. Man sieht noch ca. hausgroße Felsbrocken, die so halb am Berg hängen. Auch ein Oued mit Laubbäumen (!) bringt Abwechslung in die ansonsten karge Landschaft. ... wir düsen (fast 80 Sachen) die Piste entlang, auf einmal "Stop" "Stop" "Stop" auf betonierten Säulen und Hinweisschildern mit "Zona Militare" ... die Piste ist mit einer Kette gesperrt, darauf hängt ein Schild "Stop" .... wir bleiben mal brav stehen und warten. Unser Feldstecher verrät uns, dass auf dem Berg neben uns der Aufsichtsturm viele Kameras beherbergt. Man wartet ein paar Minuten, kommt auch schon ein freundlicher Marokkaner gelaufen. Mit der Uniform ist es nicht so genau hier. Von den insgesammt 3 Grenzkontrolleuren trägt einer eine Uniform, mit Badeschlapfen ... man ist freundlich, erkundigt sich woher wohin, Fiche gegeben, Pässe kurz begutachtet, Kette auf, "Bon voyage" und Tschüss ... das war die zweite und letzte Kontrolle für uns heute.

Wir nähern uns dem Nordostrand des Erg Chebbi ... irgendwie kommen wir vom Track ab, landen mitten in den Dünen und übersehen eine steile Dünenkante ... retour geht nicht mehr, also vorwärts probiert - und jeah ... Sandbleche und Schaufeln ... Premiere in unserer Reise!! ... als es endlich weitergeht, 2 meter ... wir stecken wieder. Der Sand ist verflixt weich! Wieder 2 meter weiter .... und wieder stecken wir. Also wieder frustriert losschaufeln ... als 2 Marokkaner dahergelaufen kommen. Kurzer Gruß und schon haben wir keine Schaufeln mehr in der Hand ... sie helfen tatkräftig mit und in kurzer Zeit sind wir frei. Wir bedanken uns mit 2 kühlen Dosen Bier und sie lotsen uns zu ihrem Bivak, raus aus den weichen Dünen!

Beim Barfußlaufen im Sand hab ich mir die Fußsohle am harten Graß aufgekratzt. Beim "Wunde" begutachten zeigt mir einer der beiden einen üblen Schnitt in der (linken ...) Hand. Also verbinde ich den noch. Wir bekommen Minztee in ihrem Bivak und nehmen sie dann am Dachträger mit, sie lotsen uns zur Route richtung Rissani und werden so noch gleich nach Hause kutschiert :-) ...

Völlig k.o. kommen wir bei der Kashbah Ennasra kurz nach Rissani an. Campingplatz voll, aber wir dürfen am (bewachten) Parkplatz bleiben, incl. warmer Dusche ... die haben wir dringend nötig bevor wir unser Bettchen auch noch einsanden!

Wir genießen das Abendessen im Restaurant und nützen das schnelle(!!) WLAN des Hotels ...