... Olivenfarm im Nomadenland

04.10.2012 13:31

... da wir sowieso nicht schlafen konnten, beobachten wir vom Zelt aus schon mal den Sonnenaufgang, es ist ca. 6:40 Uhr. Als wir bald darauf aufstehn, kommt auch schon wieder ein Mann mit Zweige beladen daher, ob wir Schuhe hätten. Seine Sandalen sehen wirklich ziemlich abgelatscht aus, also Gut, ausnahmsweise aus dem Karton-Vorrat ein paar Schuhe gefischt, passen perfekt. Er erklärt uns noch dass die Zweige Futter für seine Ziegen sind, und zieht glücklich von dannen ...

15min später kommen nach der Reihe Kinder daher (natürlich aus der Richtung in die der Mann verschwunden ist...), also zusammenpacken und verschwinden, Frühstücken wir eben woanders! Auch hier bleibt man nicht ungestört, und es taucht wieder ein Junge auf der irgendwas ausm Auto haben will.

Wir zischen dann ab Richtung Olivenfarm und kommen dort kurz vor Mittag an. Wir werden von der Familie des Vorarbeiters Ali begrüßt. Er und seine 7 Kinder können alle sehr gut Deutsch.

Das Farmhaus ist etwas nach Marokkanischer Art (gestampfter Lehm) gebaut, nur schon etwas massiver (also auch gemauert) mit ein paar Europäischen einschlägen - das einzige funktionierende Sitz-Wasserklo im Umkreis von ca. 100km sowie Pissoar und Waschbecken! O.o

Den Haustürschlüssel steckt man übrigens verkehrt rein und sperrt auch verkehrt auf & zu! Thomas Kommentar bei so ziemlich allem: wennst nicht dabei bist und kontrollierst, wirds einfach irgendwie gemacht! So ist auch ein Sicherungskasten einfach verkehrt eingebaut, weils so bequemer war!

Auf seinem 10ha großen Grundstück hat er eine Olivenplantage, Bienenstöcke, einen Stall mit Ziegen und Perlhühner, 3 Brunnen mit Pumpe, eine Kläranlage und ein Loch um den Müll zu verbrennen.

Wir erfahren von ihm einiges über die Kultur und Denkweise der Berber und Marokkaner! Zum Beispiel eben so, dass man ja alles einfach irgendwohin werfen kann - "der Wind machts ja weg"! Nach dem Motto, aus den Augen, aus dem Sinn. Was keine unmittelbaren Folgen hat, wird nicht gesehen oder ist nicht richtig. Also werden die Zähne auch nicht geputzt ... Die Familie des Vorarbeiters lebt noch traditionell in ihrer Jurte, und am Abend werden wir von seiner Frau zum Tee eingeladen - natürlich Traditioneller Minztee mit soviel Zucker dass der Löffel fast steckenbleibt - wie es sich gehört :-)